Nachhaltigkeit und Zukunft

Illustration: Andree Volkmann für 360°
Illustration: Andree Volkmann für 360°
Illustration: Andree Volkmann für 360°

360°

Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft

Migration hat die Gesellschaft in Deutschland in der Vergangenheit verändert und wird sie auch in Zukunft verändern. Deutschland ist ein Einwanderungsland und besonders Städte sind geprägt durch gesellschaftliche Vielfalt. Viele Institutionen haben begonnen, die neue Stadtgesellschaft mitzugestalten, jedoch spiegelt sich die kulturelle Diversität der Städte in den Programmangeboten, im Personal und im Publikum von Kultureinrichtungen noch nicht wider. Weder in Entscheidungspositionen noch im Publikum entspricht der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte ihrem Anteil an der Bevölkerung.

Mit 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft unterstützt die Kulturstiftung des Bundes Institutionen aus den Sparten Kunst, Musik, Darstellende Künste, Literatur, Architektur, Neue Medien und verwandte Formen sowie spartenübergreifende Institutionen und kunst- und kulturhistorische Museen, die sich in ihrem Feld mit Fragen der Gegenwart befassen, die gesamte Gesellschaft in den Blick zu nehmen: Einwanderung und kulturelle Vielfalt sollen als ebenso chancenreiches wie kontroverses Zukunftsthema aktiv in das eigene Haus und in die Stadtgesellschaft getragen und strukturelle Ausschlüsse im Kulturbetrieb vermindert werden. Der Fonds soll eine große Bandbreite von Ansatzpunkten, Strategien und Methoden fördern, die in exemplarischer Weise aufzeigen, wie Institutionen - thematisch und personell - ihr Potenzial zur Mitgestaltung der neuen Stadtgesellschaft wirksam entfalten können.

Dokumentation Infotour 360°

Als Informations- und Beratungsangebot für interessierte Antragsteller/innen ging der Fonds 360° ab 20. Februar 2018 noch einmal auf Tour nach Frankfurt (Main), Halle (Saale) und Hannover.

Einen Mitschnitt ausgewählter Vorträge sowie der Programmpräsentationen der ersten und zweiten Infotour finden Sie in unserem Youtube-Kanal: Zur Playlist

Projekte der 1. Förderrunde 2017

Die Kulturstiftung des Bundes fördert in der ersten Förderrunde des Programms "360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft" 17 Kultureinrichtungen mit rund 6 Mio. Euro. Die Einrichtungen umfassen sechs Museen, fünf Theater, fünf Bibliotheken und eine Musikschule. Dies beschloss der Stiftungsrat in seiner jüngsten Sitzung am 8. Dezember 2017.

Agenten und Stellenausschreibungen

Gemeinsam mit der Institution soll der/die Agent/in über einen Zeitraum von bis zu vier Jahren Vorschläge und Maßnahmen erarbeiten, wie sich die Institutionen diversifizieren und einen Beitrag zu einer selbstbewussten, Einwanderern gegenüber offenen Gesellschaft so gestalten können, dass die Stadtgesellschaft davon profitiert. Die Agenten sind Personen mit Diversitätskompetenz, Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Akteur / innen aus Einwandererfamilien und relevanten Sprachkenntnissen. 

Aktuelle Stellenausschreibungen der bisherigen Projekträger finden Sie nachfolgend. Die Liste wird laufend aktualisiert. Die Kulturstiftung des Bundes nimmt auf den Inhalt der Ausschreibungen keinen Einfluss. Bitte wenden Sie sich bei Fragen direkt an die ausschreibende Einrichtung.

Derzeit keine Stellenausschreibungen

 

Was wird im Fonds gefördert?

Gefördert wird die diversitätsorientierte Öffnung von Kultureinrichtungen in den Bereichen Programmangebot, Publikum und Personal. Hierfür stellt die Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des 360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft Mittel für eine Personalstelle in der Kultureinrichtung (den/die sogenannte/n Agenten/in) sowie zusätzlich Projektmittel für unterstützende Aktivitäten und Formate bereit. Die Projektmittel der Kulturstiftung des Bundes müssen durch zusätzliche Mittel von der Kulturinstitution kofinanziert werden. Vorhaben die ausschließlich auf die Vermittlung von bestehenden Themen und Inhalten abzielen werden nicht gefördert.

 

Bewerbung

Die Ausschreibung erfolgt in zwei Runden in den Jahren 2017 und 2018. Die Kultureinrichtungen bewerben sich mit einer ausführlichen Darstellung ihrer Ausgangssituation in der Stadt, ihrer Motivation und den Zielen sowie ihrer geplanten Arbeit mit dem/der Agent/in. Für den Antrag ist ausschließlich das ab Dezember 2016 auf der Website der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellte Onlineformular zu verwenden.
Die Auswahl trifft der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf der Grundlage von Empfehlungen durch eine unabhängige Jury. Im Falle einer positiven Vorauswahl durch die Jury ist die persönliche Präsentation des eingereichten Antrages durch die Leitung der antragstellenden Institution erforderlich.

 

Jury

Die Jury berät am 16. Oktober 2018 in einer Auswahlsitzung über die Anträge der zweiten Ausschreibungsrunde. Die Leitungen der ausgewählten Antragsteller werden gebeten, ihre Vorhaben im Rahmen einer Präsentation im Zeitraum vom 24.-26. Oktober oder 29.-30. Oktober 2018 vorzustellen.

Die Mitglieder der Jury sind:

Julia Hagenberg, Leiterin der Abteilung Bildung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, dort u.a. für Programme mit Geflüchteten und die Kooperation mit internationalen Willkommensklassen zuständig.

Prof. Dr. Claudia Lux, Honorarprofessorin am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin und „Project Director“ der Nationalbibliothek Katar mit Sitz in Doha. 

Jürgen Maier, Geschäftsführer am Maxim Gorki Theater Berlin

Jagoda Marinić, Gründung und Leitung des Interkulturellen Zentrums, mit dem die Stadt Heidelberg das zivilgesellschaftliche Engagement lokaler Migrantenselbstorganisationen stärkt.

Fatema Mian, Journalistin beim Bayerischen Rundfunk - Filmautorin und Fachredakteurin für Kultur, Migration und kulturelle Vielfalt.

Miriam Tscholl, Leitung der Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden, wo sie mit arabischsprachigen Dresdnern zuletzt die Produktion »Morgenland« inszenierte. Initiatorin des „Montagscafés“ als offenen Treffpunkt von wöchentlich über 150 Geflüchteten und Dresdnern.  

Akademien

Regelmäßige Akademien unterstützen die Institutionen und ihre Agent/innen während der gesamten Laufzeit des Programms. Die einmal jährlich an wechselnden Orten stattfindenden, mehrtägigen Veranstaltungen bieten ihnen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur weiterführenden Qualifikation. Die Teilnahme der Agenten sowie eines Vertreters der Leitungen der Kultureinrichtungen an den von der Kulturstiftung des Bundes veranstalteten Akademien ist verpflichtend.

Alle Teilnehmer/innen erhalten so die Gelegenheit, den aktuellen Stand der Diskurse zum Thema kennenzulernen, Anliegen und Herausforderungen zu reflektieren sowie strategische Schritte zu Erreichung ihrer Arbeitsziele gemeinsam zu planen. Ihre bereits vorhandenen Kompetenzen und Expertisen sollen in die gemeinsame Arbeit einfließen.

Die Akademien sollen außerdem die modellhaften Entwicklungsprozesse an den Einrichtungen prüfen und durch Dokumentation und Auswertung ihre Transferierbarkeit gewährleisten.